
Wir waren bei der EU in Den Haag. Beim Verbindungsbüro der Europäischen Kommission. Mit unseren Fragen. Die haben wir dort schriftlich gestellt. Auf Plakaten. Im öffentlichen Raum. So sah das aus:

Fragen stellen?
Zu Jugendzielen der EU gehört: „Das Vertrauen junger Menschen in das Projekt EU aufbauen, indem Demokratiedefizite, fehlende Transparenz und Sichtbarkeit angesprochen werden“. Das nehmen wir in unserem Jugendpartizipationsprojekt „Wir und die EU“ ganz wörtlich. Wir stellen Fragen an die EU. Groß und plakativ im öffentlichen Raum mit Schildern.

Fragen basteln?
Die meisten Fragen haben wir schon im letzten Dezember in einem Workshop in Berlin erarbeitet und gestaltet. Einige haben wir in den Haag noch zusätzlich gemalt. Vor allem zu Datenschutz. Dafür viel uns am Samstag als wir losziehen wollten auf, dass die meisten Fragen zu Klimawandel vermutlich noch im Büro in Berlin liegen. Oder da nie angekommen sind, weil sie auf dem Rückweg von Brüssel im Januar verschollen sind. Ärgerlich.

Rail or Highway?
Ein für uns wichtiges Thema ist Verkehr. Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, muss der Öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden. Das sich jed*e von a nach b bewegen kann ist auch eine Frage von Teilhabe und Gerechtigkeit. Deshalb fragen wir: „Rail or Highway?“

Are the rich getting richer and the poor poorer?
Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Für Teilhabe ist Kohle, Schotter, Asche, Padde wichtig. Die Verteilung von Reichtum messen Wissenschaftler*innen mit dem sogenannten Gini-Koeffizienten. Der liegt zwischen 1 und 0. Null würde bedeuten, dass es in einer Gesellschaft der Reichtum absolut gleich verteilt wäre. Ein Wert von Eins würde bedeuten, dass ein*e alles hat. Der Gini-Koeffizient für das Nettovermögen liegt in Deutschland bei schätzungsweise 0,77 bis 0,81. Das heißt, Vermögen ist enorm ungleich verteilt: Deshalb fragen wir: „Are the rich getting richer and the poor poorer?“

Dictators gaz or renewable energies?
Wir fragen außerdem: „Dictators gaz or renewable energies?“ Denn ist es schon ein bisschen erklärungsbedürftig, warum wir Milliarden in Aufrüstung und Monate unserer Lebenszeit in die Wehrpflicht stecken sollen, während wir Putin Kriegskasse munter weiter füllen mittels Gaskäufen. Außerdem wurde das Aufhören mit dem Verheizen von fossilen Energieträgern die Abbaugegenden weniger verschmutzen und auch gegen den Klimawandel helfen.
Russian assets to Ukraine!
Die in der EU beschlagnahmte russische Kohle, Schotter, Asche, Padde den Ukrainer*innen zu geben, die jeden Tag von Russland bombardiert und getötet werden, sollte für ein Friedensprojekt wie die EU selbstverständlich sein. Deswegen haben wir das nicht als Frage formuliert.

What`s happening at the Eu`s external borders?
Ein fettes Feature der EU sind offenen Grenzen. Leider gilt das nicht für alle mehr. Denn die rechtspopulistische rassistische Hetze gegen Migrant*innen wird immer schlimmer. Auch am Grenzregime der EU geht das nicht spurlos vorbei. Deshalb fragen wir „What`s happening at the Eu`s external borders?“ und „Why are so few refugees granted asylum?“ und „Frontex or Human rights?“

Illegal Data collections?
Nach dem Workshop zu Europol gestern haben wir nochmal mehr gebastelt zum Thema Datenschutz. In diesem Themenfeld fragen wir: „Illegal Data collections?“ und fordern „Right for privacy = No chat coontrol!
Gespräche mit Passant*innen
Das diese Fragen nicht nur uns unter den Nägeln brennen, zeigten die überraschend vielen Passant*innen, die uns auf die Fragen auf den Schildern ansprachen, und trotz der Sprachbarriere mit uns das Gespräch suchten. Und danach sind wir zu Europol. Was wir da erlebt haben beim Fragen stellen, steht im nächsten Text.
Die Veranstaltung wird von der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus + als Jugendpartizipationsprojekt gefördert.

Das Projekt wird finanziert von der Europäischen Union. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung der Autor:innen wieder. Die EU-Kommission und Jugend für Europa haften nicht für Folgen aus der Wiederverwendung.